Veranstaltung 1:


Vorlesung: Die Ehre Gottes ist der lebendige Mensch – Grundwissen der Klinischen Psychologie für die Seelsorge. 2. Std.(Veranstaltung in Kooperation mit der Kath. Hochschule Nordrhein-Westfalen, FB Theologie).
Fr., 11.15-12.00, 12.05-12.50 Uhr
Beginn: 15.04.2011
Ort: Hörsaal 2

Damit alle in Seelsorge und Diakonie Tätigen Menschen in ihren Krisen, Störungen und Gekränktheiten hilfreich begleiten könnten, brauchen sie Heilungswissen. Die Kirche von heute bedient sich dazu des Heilungswissens aus Ihrer eigenen Tradition und der Psychologie. Ziel ihres christlichen Heilungshandelns ist ein umfassendes Heilwerden: ein Dienst am Leben des Menschen. Der Mensch darf sich mit allem, was zu ihm gehört, als einer verstehen, den Gott angenommen hat. Eine große Hilfe für die Pastoral ist dabei die Disziplin der Klinischen Psychologie. Die Vorlesung vermittelt eine Einführung in das Grundwissen über psychische Störungen und hilfreiche Interventionen. Exemplarisch soll gelernt werden, wie Seelsorge ihre heilsame Kompetenz Menschen anbieten kann, die in Krisen und psychischen Belastungssituationen Rat und Hilfe suchen.

Literatur: 
• Wittchen, H.-U., & Hoyer, J. (Eds.). (2011). Klinische Psychologie & Psychotherapie. Berlin: Springer. 
• Perrez, M. and U. Baumann, Eds. (2005). Lehrbuch Klinische Psychologie. Psychotherapie. Klassifikation, Diagnostik, Ätiologie, Intervention. Göttingen, Huber. 
• Comer, Ronald J. (2008). Klinische Psychologie. Weinheim: Spektrum Akademischer Verlag. 
• Grawe, K. (2000). Psychologische Therapie. Göttingen: Hogrefe. 
• Grawe, K. (2004). Neuropsychotherapie. Göttingen: Hogrefe 
• Davison, G. C., J. M. Neale, et al. (2007). Klinische Psychologie. München, Psychologie Verlags Union.

Veranstaltung 2:


Seminar: Mensch und Sexualität – Ausgewählte aktuelle Problemstellungen im Spannungsfeld von Pastoralpsychologie und Kirchenrecht. 2 Std. Blockveranstaltung (in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Kirchenrecht).
Vorbesprechung: Fr., 15.04.2011, 14.30 Uhr
Ort: Kirchenrechtliches Seminar 
Anmeldung in den Lehrstuhlbüros bis zum 28.02.2011.
Sexualität gehört zu den Grunddimensionen menschlichen Daseins. Eine rechtliche Ordnung und Beurteilung des Umganges mit dieser verlangt auch vertiefte psychologische Kenntnisse. Versuchte und vollendete Grenzüberschreitungen sind bekanntlich nicht nur, aber auch im kirchlichen Bereich anzutreffen. Daraus resultieren Fragen der Prävention aber auch einer Ahndung bzw. Therapie. Dies soll anhand folgender Schwerpunkte vertieft werden:
–      Verständnis des Sexualverhaltens I: Die Teilnehmer sollen die Grundlagen und die reifen Entwicklungsdynamiken des menschlichen Sexualverhaltens kennenlernen und mit Blick auf die Reifungsaufgabe als Priesterkandidat auswerten können.
–      Verständnis des Sexualverhaltens II: Die Teilnehmer sollen Störungen, Abweichungen und ambivalente Verhaltensweisen des menschlichen Sexualverhaltens kennenlernen und mit Blick auf Grenzüberschreitungen und Rechtsverletzungen beurteilen können.
–      Sexualität und Ehe: Das Kirchenrecht verlangt für einen gültigen Eheabschluß, daß die Brautleute zur Führung einer Ehe in der Lage sind; schwere psycho-sexuelle und neurologische Defekte verhindern dies.
–      Die Teilnehmer sollen die Phänomene und die Folgen sexuellen Missbrauchs in der Gesellschaft kennenlernen und die Kompetenzen für einen seelsorglich hilfreichen Umgang erwerben.
–      Die Teilnehmer sollen die Problematik des sexuellen Missbrauchs in der Kirche kennen, beurteilen und angemessen intervenieren können.
–      Sexueller Missbrauch Minderjähriger durch Kleriker: Die Teilnehmer sollen die einschlägigen Normen des kirchlichen Straf- und Prozessrechts sowie die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz kennenlernen und auf ihre Anwendbarkeit hin reflektieren.
Literatur (in Auswahl):
Althaus, Rüdiger/ Lüdicke, Klaus, Das kirchliche Strafverfahren (BzMKCIC 61), Essen 2011
Bier, Georg, Psychosexuelle Abweichungen und Ehenichtigkeit. Eine kirchenrechtliche Untersuchung zur Rechtsprechung der Rota Romana und zur Rechtslage nach dem Codex Iuris Canonici von 1983 im Horizont der zeitgenössischen Sexualwissenschaft (FzK 9), Würzburg 1990
Bitterli, Marius Johannes, Wer darf zum Priester geweiht werden? Eine Untersuchung der kanonischen Normen zur Eignungsprüfung des Weihekandidaten (BzMKCIC 58), Essen 2010
Fiedler, P., Sexuelle Orientierung und sexuelle Abweichung: Heterosexualität – Homosexualität - Transgenderismus und Paraphilien - sexueller Mißbrauch - sexuelle Gewalt. Weinheim: Beltz/PVU 2005.
Listl, Joseph/ Schmitz, Heribert (Hrsg.), Handbuch für katholisches Kirchenrecht, Regensburg ²1999 (ausgewählte Paragraphen)
Lüdicke, Klaus (Hrsg.), Münsterischer Kommentar zum Codex Iuris Canonici, Essen seit 1985 (Loseblattwerk) (ausgewählte Canones)
Müller, W., Verschwiegene Wunden: Sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche erkennen und verhindern. Stuttgart: Kösel 2010.
Tschan, W., Missbrauchtes Vertrauen. Grenzverletzungen in professionellen Beziehungen. Ursachen und Folgen: Eine transdisziplinäre Darstellung. Basel: Karger 2001.
Vetter, B., Sexualität. Störungen, Abweichungen, Transsexualität. Stuttgart: Schattauer 2007.

Mögliche Themen für Seminararbeiten:
–      Der Begriff des sexuellen Mißbrauchs in psychologischer und rechtlicher Hinsicht
–      Gelingende sexuelle Entwicklung: Eine Herausforderung für Priester, Ordensleute und alle in der Seelsorge Tätigen
–      Ehefähigkeit und „Weihefähigkeit“. Anforderungen an die persönliche Reife
–      Störungen des Sexualverhaltens in ihrer Bedeutung für das kirchliche Eherecht
–      Grenzverletzungen in seelsorglichen und professionellen Beziehungen in Gesellschaft und Kirche: Gefahren erkennen, Taten verhindern
–      Sexueller Kindesmissbrauch: ein gesellschaftliches und kirchliches Problem
–      Die Leitlinien der Bischöfe zur Verhinderungen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger (v.a. Deutschland, Österreich, Schweiz)
–      Sexuelle Reife als Thema der Priesterausbildung: Recherche zu Ausbildungsordnungen und Ausbildungspraxis
–      Der Umgang mit Vorwürfen und Verdachtsfällen
–      Das kirchliche Strafverfahren: Die Normae de delicta graviora der Glaubenskongregation und der kanonische Strafprozeß
–      u.a. nach Vereinbarung

Veranstaltung 3:


Seminar: Personenzentrierte Beratung in Seelsorge, Caritas und 
Sozialen Diensten (Aufbaukurs). 2 Std. (in Zusammenarbeit mit 
Prof. Dr. I. Baumgartner, Universität Passau).
Ort: Kloster Schwarzenberg bei Würzburg
Teilnahmemöglichkeit nach Vereinbarung (Sekretariat des Lehrstuhls)

Wenn Menschen von heute an Seelsorge denken, dann haben sie Priester und hauptamtlich Engagierte vor Augen, die sie „face to face“ im Leben begleiten: die ihnen „das Ohr leihen“ in den Fragen, Nöten und Freuden ihres Lebens. Die Kunst, anderen Menschen im und durch Gespräch heilsam zu begegnen, erlernt man nur durch praktisches Training. Hilfreiche Basis dafür sind bewährte pastoralpsychologische Theoriekonzepte. Das Seminar versucht beides zu leisten: Die Vermittlung der Theorie des hilfreichen seelsorglichen Gesprächs und das Einüben in konkreten Gesprächen. Trainiert werden vor allem seelsorgliche Alltagssituationen, wie sie sich im Praktikum, im Studienalltag und in der Seelsorge ergeben. Bei der Veranstaltung wird die Teilnahme am Grundkurs (vgl. WS 2010/11 oder einer vergleichbaren Veranstaltung) vorausgesetzt. Ein neuer Aufbaukurs wird im WS 2011/12 angeboten. Weitere Informationen:www.caritaswissenschaften.de.

Veranstaltung 4:


Kolloquium für Diplomanden und Lizentiaten. 1 Std.
Ort und Zeit nach Vereinbarung

Veranstaltung 5:


Heilsame Seelsorge: Qualifikation in Pastoralpsychologie. Postgraduierten-Seminar in Zusammenarbeit mit den Diözesen Paderborn, Aachen und Essen
Zeit: 14.11. (18.00 h) -17.11.2011 (13.00 h) (2SWS)
Ort: Bischof-Hemmerle-Haus, Aachen
Informationen und Anmeldung: Sekretariat des Lehrstuhls

Wie wird Seelsorge heilsam? Oder noch konkreter: Wie kann ich selbst in der Begegnung mit Menschen in der Seelsorge heilsam wirken?
Wer sich diese Fragen stellt, fragt aus persönlichem Interesse nach den Qualifikationen des Fachgebietes der praktischen Theologie, besonders nach den pastoralpsychologischen Kompetenzen.
Die Pastoralpsychologie versteht sich als im Alltag spürbares Symbol einer Seelsorge, die Gott und den Menschen nahe ist. Sie möchte den Menschen von heute lebensdienlich und heilsam sein. Damit antwortet sie auf die Sehnsucht der Menschen nach einem Gott, der ihnen helfen kann, den Alltag zu meistern, Krisen zu bestehen und die Potentiale des Glaubens für sich zu nutzen. Eine solche Akzentsetzung befreit aus der Engführung vieler „Strukturdiskussionen“ und führt zurück zu den Motivationen der Berufung in den pastoralen Dienst.
Diese Intensivschulung vermittelt oder vertieft kompakt, fundiert und praxisnah grundlegende Qualifikationen der Pastoralpsychologie und deren Anwendung. Sie greift dazu in besonderer Weise die neuen Ressourcen-orientierten, salutogenetischen Ansätze der Humanwissenschaften auf und profiliert sie auf christlichem Fundament.
Konzeptionell hat diese Veranstaltung zwei Zielgruppen: a) TeilnehmerInnen, die sich Grundlagenqualifikationen in pastoralpsychologischem Handeln aneignen möchten; b) TeilnehmerInnen, die ihre bereits vorhandenen Qualifikationen ausbauen und theoretisch und praktisch auf den neuesten Stand bringen möchten.
Inhaltlich werden folgende Themenkreise angesprochen:
• Das Selbstverständnis der Pastoralpsychologie als Lebenswissenschaft einer heilsamen Seelsorge
• Ganzheitliche, ressourcenorientierte Modelle des Lernens (einschl. der Neurowissenschaften), von Motivation und Kommunikation
• Konzepte der Gesundheitswissenschaften für Persönlichkeitsentwicklung, Persönlichkeitsförderung, Krisenbegleitung und therapeutische Intervention
• Selbstmotivation, Selbstmanagement und Selbstsorge (Streßbewältigung) in der Pastoral
Die Veranstaltung wird den Arbeitskontext der Teilnehmer einbeziehen und setzt auf die
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